Die Parfumwelt erlebt einen Paradigmenwechsel. Nach festen Balms und öligen Elixieren rücken nun wasserbasierte Kompositionen ins Zentrum einer neuen Duftgeneration. Marken wie Maison Sybarite, Hermetica oder Brumée haben dem Alkohol bereits vollständig den Rücken gekehrt – und auch traditionelle Häuser lancieren zunehmend alkoholfreie Varianten. Möglich wurde dieser Wandel durch bedeutende Fortschritte in der Emulsionstechnologie, die frühere Herausforderungen wie Instabilität oder klebrige Texturen überwunden haben.
Alkohol gilt seit Jahrzehnten als tragende Säule klassischer Parfums. Doch sein austrocknender Effekt auf die Haut, sein ökologischer Fussabdruck und seine Einstufung als flüchtige organische Verbindung (VOC) rücken ihn zunehmend in ein kritisches Licht. Wasserbasierte Formulierungen versprechen eine sanftere, hautfreundlichere und zugleich nachhaltigere Alternative.
Die Herausforderung: Duftöle sind lipophil und lösen sich nicht in Wasser. Erst durch den Einsatz spezieller Tenside – molekularer Vermittler mit wasser- und fettliebenden Enden – lassen sich stabile Emulsionen erzeugen. Besonders Mikroemulsionen überzeugen durch ihre vollständige Transparenz, ein elegantes Hautgefühl und eine hohe olfaktorische Performance.
Aquafine™ – Technologie als Treiber
Zu den Pionieren dieser Entwicklung zählt die französische Duftmanufaktur MANE. Mit der patentierten Aquafine™-Technologie entwickelte das Haus bereits 2005 eine transparente Mikroemulsion, die ausschliesslich aus biologisch abbaubaren Inhaltsstoffen besteht und mit minimalem Energieaufwand produziert wird. Sie erlaubt eine hohe Duftkonzentration ohne PEG und ohne Phenoxyethanol, sorgt für ein nicht klebendes, weiches Hautgefühl und erreicht eine olfaktorische Performance, die klassischen alkoholischen Parfums in nichts nachsteht.
Für Parfümeurinnen und Parfümeure bedeutet das Arbeiten mit einer wasserbasierten Struktur jedoch ein Umdenken. Manche Rohstoffe reagieren sensibler, andere verändern ihre Farbintensität stärker. Das Komponieren erfordert Präzision und ein tiefes Verständnis molekularer Prozesse. Das Resultat ist ein weicherer, linearer Duftverlauf mit weniger impulsiver Kopfnote, dafür jedoch bemerkenswerter Persistenz und Remanenz.
Auch in der Produktion entstehen neue Standards. Da Wasser schwerer ist als Alkohol, bedarf es spezieller Pumpmechanismen, um eine feine, elegante Zerstäubung zu gewährleisten. Zudem erfolgt die Herstellung unter kosmetischen Reinraumbedingungen, da Wasser keine antibakterielle Wirkung besitzt. Moderne Konservierungssysteme und umfassende Stabilitätstests stellen dennoch sicher, dass wasserbasierte Düfte hinsichtlich Haltbarkeit und Farbtreue mit klassischen Kompositionen mithalten können.
Vier Signatures – Vier Jahreszeiten
Die Kollektion umfasst vier Kompositionen, die jeweils eine Jahreszeit interpretieren: Rue des Mimosas fängt als leuchtende Mimose die Hoffnung eines erwachenden Winters ein und wurde von Mathieu Nardin komponiert. Un Homme à la Mer – kreiert von Véronique Nyberg – interpretiert den Frühling als vibrierende Cologne mit Limette und Hesperiden. In Sound of the Sun übersetzt Violaine Collas den Sommer in einen süss-salzigen Monoi-Akkord aus Kokos, Frangipani und cremigen Hölzern. Und Archimède in Love, erneut von Mathieu Nardin signiert, erzählt mit einem poetischen Rosen-Himbeer-Akkord von winterlicher Leidenschaft.
Ergänzt wird die Linie durch vegane Kerzen aus reinem Pflanzenwachs, die die Signature-Düfte in eine warme, elegante Raumkomposition übersetzen – ein bewusstes, sinnliches Erlebnis für Zuhause.
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