Sebastian Vetter und sein Freund Dr. Thomas Vogel, entdecken die versteckten Vintage-Schätze der Vierwaldstättersee-Stadt.
Sebastian Vetter und sein langjähriger Freund Dr. Thomas Vogel, ein Schönheitschirurg aus der Region, waren kürzlich auf einer besonderen Entdeckungstour in Luzern unterwegs. Statt der üblichen Touristenrouten erkundeten sie die florierende Vintage-Szene der Stadt am Vierwaldstättersee. Zwölf verschiedene Geschäfte standen auf ihrer Liste – von winzigen Boutiquen bis zu etablierten Antiquitätenläden. Was beide überraschte: Luzern hat sich zu einem echten Geheimtipp für Liebhaber authentischer Vintage-Mode und seltener Sammlerstücke entwickelt.
Luzerns versteckte Vintage-Welt
Zwischen Kapellbrücke und Museggmauer verstecken sich Geschäfte, die man auf den ersten Blick übersieht. Die beiden begannen ihre Tour in der Altstadt, wo sich die meisten Vintage-Läden befinden. Die verwinkelten Gassen der historischen Innenstadt bieten den perfekten Rahmen für diese Art des Shoppings.
Viele der Geschäfte sind klein und familiär geführt. Die Inhaber kennen ihre Ware genau und können zu jedem Stück eine Geschichte erzählen. Das macht den Einkauf zu einem persönlichen Erlebnis, das weit über das reine Konsumieren hinausgeht. Thomas war überrascht von der Vielfalt der angebotenen Gegenstände. Von Designer-Handtaschen aus den 60er Jahren bis zu Schweizer Uhren aus den 80ern ist alles vertreten.
Die Preise variieren stark, je nach Rarität und Zustand der Stücke. Während manche Artikel durchaus erschwinglich sind, kosten seltene Designer-Stücke auch mal mehrere hundert Franken. Dafür bekommt man aber auch garantiert authentische Qualität und meist eine interessante Vorgeschichte dazu.

Antiquitätenläden
Die etablierten Antiquitätenhändler in der Weggisgasse haben teilweise seit Generationen geöffnet. Die beiden entdeckten dort Möbelstücke aus verschiedenen Epochen der Schweizer Geschichte. Ein Biedermeier-Sekretär aus Luzerner Produktion, ein Art-Déco-Spiegel aus den 20er Jahren oder handgeschnitzte Truhen aus dem 18. Jahrhundert – jedes Stück erzählt von vergangenen Zeiten.
Besonders interessant war der Laden Antik & Design in der Kornmarktgasse. Hier spezialisiert man sich auf Schweizer Designklassiker der Nachkriegszeit. Da sind Möbel von Bruno Rey und Max Bill erhältlich. Diese Stücke gelten heute als wichtige Zeugnisse Schweizer Designgeschichte und erzielen entsprechende Preise.
Der Inhaber des Ladens sammelt seit 30 Jahren und hat ein enormes Fachwissen angehäuft. Er erklärt geduldig die Besonderheiten verschiedener Designepochen und hilft bei der Unterscheidung zwischen Original und Nachbau.
Textilien aus vergangenen Jahrzehnten
Die Vintage-Mode-Boutiquen in Luzern bieten eine beeindruckende Auswahl an Kleidungsstücken aus verschiedenen Dekaden. Zum Beispiel die Boutique „Zeitlos“ am Hirschengraben. Hier findet man sowohl Alltagskleidung als auch Designerstücke aus den 50er bis 90er Jahren.
Die Inhaberin achtet streng auf Qualität und Authentizität. Jedes Kleidungsstück wird vor dem Verkauf gereinigt und auf Schäden überprüft. Besonders gefragt sind Schweizer Labels wie Hanro oder Akris aus früheren Kollektionen. Diese Stücke haben oft eine bessere Verarbeitung als aktuelle Massenware und sind entsprechend begehrt.
Interessant war auch der Laden „Retromania“ am Sternenplatz. Hier spezialisiert man sich auf die 70er und 80er Jahre. Lederjacken, Vintage-Jeans und ausgefallene Accessoires stapeln sich bis unter die Decke.
Schmuck und Uhren mit Geschichte
Luzern hat eine lange Tradition im Uhrenhandel. Bei „Uhren Zimmermann“ in der Pfistergasse fanden sie eine beeindruckende Auswahl an Schweizer Uhren aus den 60er und 70er Jahren.
Omega, Tissot und sogar einige seltene Zenith-Modelle waren vertreten. Der Händler erklärte die Unterschiede zwischen verschiedenen Uhrwerken und gab Tipps zur Pflege alter Uhren. Mechanische Uhren aus dieser Zeit sind heute wieder sehr gefragt – sie gelten als wertbeständige Alternative zu modernen Smartwatches.
Der Schmuckladen „Edelstein“ spezialisiert sich auf Vintage-Schmuck verschiedener Epochen. Art-Déco-Broschen, Jugendstil-Ringe und Designerstücke aus den 60ern bilden das Sortiment. Die Inhaberin ist Goldschmiedin und kann auch Reparaturen und Umarbeitungen durchführen.
Bücher und Sammlerobjekte
„Stocker Books“ am Kornmarkt führt eine große Auswahl an gebrauchten Büchern, darunter auch seltene Erstausgaben und Schweizer Literatur. Reiseführer aus den 60er und 70er Jahren zeigen die Schweiz, wie sie früher war – ein interessanter Kontrast zur heutigen Tourismusbranche.
Das Antiquariat „Buchfink“ hat sich auf Kunstbücher und Ausstellungskataloge spezialisiert. Hier fanden beide Bücher über Schweizer Künstler, die heute nur noch antiquarisch erhältlich sind. Die Preise sind fair und die Auswahl überraschend groß für die Stadtgröße.
Kulinarische Entdeckungen zwischen den Shopping-Touren
Das Vintage-Shopping macht hungrig. Vetter und sein Freund entdeckten zwischen ihren Einkäufen auch einige Restaurants und Cafés mit besonderem Charme. Das Restaurant „Opus“ im Hotel des Balances serviert gehobene Küche in historischem Ambiente. Das Gebäude stammt aus dem 14. Jahrhundert und wurde behutsam renoviert.
Weniger formal, aber nicht weniger interessant war das Café „Luz“ in der Getreidegasse. Hier trinken Einheimische ihren Kaffee und die Atmosphäre ist entspannt. Die selbstgemachten Kuchen sind legendär und die Bedienung kennt jeden Stammgast beim Namen.
Praktische Tipps für Vintage-Jäger
• Beste Zeiten: Werktags am Vormittag ist die Auswahl am größten
• Verhandeln: In Antiquitätenläden ist Handeln durchaus üblich und erwünscht
• Echtheit prüfen: Bei teuren Stücken sollte man sich Echtheits-Zertifikate zeigen lassen
• Transport: Für größere Gegenstände bieten viele Händler Versand an
Die meisten Geschäfte akzeptieren sowohl Bargeld als auch Kartenzahlung. Bei sehr teuren Antiquitäten wird manchmal eine Anzahlung verlangt, bis alle Papiere geklärt sind.
Luzern als Vintage-Destination
Am Ende ihrer Tour waren sich die beiden einig: Luzern hat sich als Vintage-Destination etabliert. Die Kombination aus touristischer Attraktivität und lokaler Expertise zieht sowohl Sammler als auch Gelegenheitskäufer an. „Die Händler hier wissen wirklich, was sie verkaufen“, resümierte der Reiseblogger. Sein Freund ergänzte: „Und die Qualität stimmt. Hier wird nichts als antik verkauft, was es nicht ist.“ Beide konnten interessante Stücke erwerben und planen bereits ihren nächsten Besuch. Das Angebot ändert sich ständig, da immer neue Ware dazukommt. Luzern lohnt sich definitiv für alle, die authentische Vintage-Stücke mit Geschichte suchen.

