Der neue Aston Martin Vantage S ist eine Ansage an die Konkurrenz: Mit 680 PS und einem messerscharfen Design setzt der offene Brite neue Massstäbe in Sachen Performance. Unser Test im Schwarzwald zeigt, wie viel „S“ wirklich in diesem Luxus-Roadster steckt und ob er den Spagat zwischen Eleganz und purer Wildheit meistert.

Der Treffpunkt für unsere Testfahrt hätte nicht besser gewählt sein können: Das Hotel Öschberghof im Schwarzwald bot die perfekte Kulisse für das, was uns auf dem Parkplatz erwartete. Dort standen drei Exemplare des neuen Vantage S bereit, die sofort eines klar machten: Aston Martin will weg vom rein konservativen Image. In leuchtenden, bunten Farben lackiert, sprühten die Autos eine Energie aus, die man so bisher eher von italienischen Mitbewerbern kannte – ein deutliches Zeichen, dass man in Gaydon gezielt eine jüngere, Lifestyle-orientierte Käuferschicht ansprechen möchte.

Das Design mit der markanten Heckpartie und den typischen Aston-Linien ist wie gewohnt ein absoluter Hingucker. Im Innenraum setzt sich der sportliche Eindruck fort, kombiniert mit einer Technik-Offensive, die längst überfällig war. Ein Highlight für den Alltag ist das integrierte Apple CarPlay Ultra, dass die Bedienung im Cockpit auf ein neues Level hebt und die digitale Welt nahtlos mit dem luxuriösen Interieur verbindet.

Ein Start ohne Kompromisse

Schon beim ersten Druck auf den Startknopf wird klar, dass das „S“ im Namen Programm ist. Der Vantage S fackelt nicht lange und erwacht direkt im Sportmodus zum Leben, was dem Fahrer sofort signalisiert, dass dieser Wagen gefahren werden will. Die Ingenieure haben die Werte so abgestimmt, dass man gar nicht erst in Versuchung gerät, den Wagen als reinen „Comfort-Cruiser“ misszuverstehen.

Die Teststrecke führte uns quer durch den Schwarzwald, wobei das Wetter an diesem Tag vom Fahrzeug und uns Fahrern alles abverlangte. Dichter Nebel und anhaltender Regen verwandelten die kurvigen Strassen in eine rutschige Herausforderung, was bei einem 680 PS starken Hecktriebler durchaus für erhöhten Puls sorgt. Es war unter diesen Bedingungen fast unmöglich, die gesamte Leistung sauber auf den Asphalt zu bringen. Das Auto zeigte sich von seiner wilden Seite und neigte immer wieder dazu, mit dem Heck auszubrechen, sobald man den Gasfuss nur etwas zu forsch bewegte.

 

Präzision trifft auf Charakter

Trotz der Wildheit überraschte mich das Handling extrem positiv. Der Wagen ist kein unberechenbares Biest, sondern lässt sich dank der präzisen Lenkung und des exzellenten Fahrwerks wunderbar durch die Kurven zirkeln. Auch wenn das Heck tanzen wollte, blieb das Fahrzeug stets kontrollierbar und vermittelte eine enorme Souveränität. Sobald man die Drehzahlen etwas nach oben trieb, wurde man zudem mit einer erstklassigen Akustik belohnt: Die Abgasanlage liefert ein herrliches, tiefes Blubbern, das perfekt zum rauen Wetter und dem ungestümen Charakter des Autos passte.

Vantage S im Schnellcheck:

  • Antrieb: 4.0 V8-Biturbo, 680 PS (500 kW), 800 Nm, 8-Gang-Automatik, Heckantrieb.
  • Fahrleistungen: 0–100 km/h in 3,4 s, Höchstgeschwindigkeit 325 km/h.
  • Masse: Länge 4,50 m, Breite 2,04 m (mit Spiegeln), Gewicht ca. 1745 kg.
  • Technik: Apple CarPlay Ultra, adaptives Fahrwerk, Direktstart im Sportmodus.
  • Preis: ab ca. 240’000 Franken.

Der Aston Martin Vantage S ist ein Sportwagen mit Ecken und Kanten, der gerade bei schwierigen Bedingungen zeigt, wie viel Fahrspass in ihm steckt. Er fordert seinen Fahrer, belohnt ihn aber mit einer Präzision und einer Soundkulisse, die ihresgleichen sucht. Mit der neuen Technik und dem mutigen Design ist er für mich der aktuell spannendste Brite auf dem Markt.

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