Für die Mai-Ausgabe der Fotoreihe „Time Well Spent“ besucht Urban Jürgensen den heute 27-jährigen Koch Flynn McGarry – ein Ausnahmetalent, das die kulinarische Welt eroberte, noch bevor andere überhaupt daran dachten, den Herd einzuschalten. Seine Karriere liest sich wie ein Beschleunigungsrausch: geprägt von früher Entdeckung, kompromissloser Hingabe und einer kreativen Handschrift, die sich nie an Zeitgrenzen orientierte.
Geboren in Südkalifornien, wuchs McGarry in einem Umfeld auf, das Kreativität nicht nur zuliess, sondern förderte. Doch das Kochen begann für ihn weniger als Leidenschaft denn als Rückzugsort – ausgelöst durch die Scheidung seiner Eltern und die Eintönigkeit des Alltags. Mit zehn Jahren griff er in einer Buchhandlung zu The French Laundry Cookbook von Thomas Keller – und arbeitete innerhalb eines Jahres jedes Rezept durch. Parallel brachte er sich mithilfe von YouTube molekulare Techniken und präzise Messerführung selbst bei.
Was folgte, war ein beispielloser Aufstieg: Mit zwölf Jahren arbeitete er bereits bis zu 15 Stunden täglich in Profiküchen und servierte Tasting-Menüs im Elternhaus. Mit sechzehn absolvierte er Stationen in einigen der einflussreichsten Restaurants der Welt – darunter Eleven Madison Park, Alinea und Geranium. Letzteres prägte seinen Sinn für skandinavischen Minimalismus, der bis heute seine Ästhetik bestimmt.
Im selben Jahr zog er nach New York und wurde von Dries Van Noten engagiert, um in dessen Sommerresidenz in Antwerpen zu kochen. Dort entdeckte McGarry neue Leidenschaften: Antiquitäten und Holzverarbeitung. Disziplinen, die mittlerweile ebenso zentral für sein Schaffen sind wie das Kochen selbst – und die sich nahtlos in seine Räume und Konzepte einschreiben.
Mit nur 19 Jahren eröffnete er das Restaurant „Gem“ im East Village, benannt nach seiner Mutter und inspiriert von den intimen Dinnerabenden seiner Jugend. Später folgte „Gem Home“, eine hybride Mischung aus Café, Bäckerei, Feinkostladen und Antiquitätenshop. Im Herbst 2025 schliesslich eröffnete er „Cove“ – einen lichtdurchfluteten Ort aus hellem Holz, mit offener Küche und einer Speisekarte, die die Frage stellt, wie New York aus kalifornischer Perspektive schmeckt.
Nach anderthalb Jahrzehnten unermüdlicher Arbeit wird eines deutlich: Flynn McGarry wartet nicht auf den richtigen Moment – er erschafft ihn.
Die Serie „Time Well Spent“ von Urban Jürgensen knüpft an eine über 250-jährige Tradition an, in der Zeit nicht nur gemessen, sondern zelebriert wird. Einst begründet vom dänischen Uhrmacher Urban Jürgensen, richtet sich der Blick heute auf Persönlichkeiten, die ihre Zeit bewusst gestalten – von Künstlern über Athleten bis hin zu Innovatoren.
Im Zentrum steht die Idee, dass Zeit das kostbarste Gut ist, wenn sie mit Bedeutung gefüllt wird. Die monatliche Bildserie porträtiert Menschen in Momenten, die sie wirklich bewegen: ein Maler im Garten, eine Wissenschaftlerin auf See, ein Architekt beim Spiel mit seinen Kindern. Es sind diese scheinbar beiläufigen Augenblicke, die zeigen, was es heisst, Zeit nicht nur zu besitzen, sondern sie schön zu verbringen.
Oder, wie es die Philosophie von Urban Jürgensen formuliert: Zeit, die gut genutzt wird, ist der wahre Luxus.
Für weitere Informationen besuchen Sie:
