Marketing ist nicht deshalb wirksam, weil es digital ist. Entscheidend ist, ob es im Alltag der Zielgruppe einen Platz findet. Genau hier erleben Werbeartikel mit Logo eine neue Relevanz: Während Newsletter, Ads und LinkedIn-Posts im Strom der nächsten Botschaft verschwinden, bleibt ein gut gewähltes Produkt auf dem Schreibtisch, in der Tasche oder beim nächsten Kundentermin präsent.
Doch Werbeartikel funktionieren nicht mehr nach dem Prinzip „Hauptsache Logo drauf“. Wer Wirkung erzielen will, muss Nutzen, Qualität, Material, Anlass und Markenfit zusammendenken. Warum der Unterschied zwischen beliebigem Giveaway und relevantem Markenartikel größer wird, erklärt Gastautor Oriol Badia, Mitgründer und Geschäftsführer des 2014 in Barcelona gegründeten Werbeartikel-Anbieters Gift Campaign.
Faktisch sind sie in jedem Haushalt und auch Unternehmen zu finden: Kugelschreiber mit aufgedrucktem Logo, Kaffeetassen mit Firmen-Emblem, Umhängetaschen oder Mousepads im besonderen Branding. Werbeartikel waren lange selbstverständlich. Heute, im Zeitalter der Digitalisierung, sind sie erstaunlicherweise nicht nur „noch da“, sie werden auch immer auffälliger und sind eine wichtige Stütze vieler wirkungsvoller Marketingstrategien, besonders im Neugeschäft.
Die neue Aufmerksamkeit für diese vermeintlichen ‚Werbe-Dinos‘ mag überraschen. Wobei das Wort schon falsch gewählt ist: Die Dinos sind längst ausgestorben, Werbeartikel gehören – Digitalisierung hin oder her – aus vielen Gründen weiter zum festen Erfolgsinstrumentarium. Wenn heute jede Firma, vor allem dank des Siegeszuges der Künstlichen Intelligenz, Newsletter, Whitepaper oder automatisierte Mails an (potenzielle) B2B-Kunden verschickt, wirkt ein greifbarer Impuls plötzlich ungewöhnlich. Ein gut gewählter Gegenstand öffnet Gespräche, erzeugt Sichtbarkeit im Alltag und bleibt oft länger präsent als eine teurere Anzeige. Eine Trinkflasche auf dem Schreibtisch, ein Rucksack auf Geschäftsreisen oder ein Hoodie in der Mittagspause erzeugen wiederkehrende Kontakte und dauerhafte Präsenz in der Lebens- und Bürowelt der beschenkten Kunden.
Die zentrale Frage lautet vielmehr „An welcher Stelle verlieren wir Aufmerksamkeit?“
Viele Marketingentscheider, die etwa eine große Messe vorbereiten, arbeiten sich an der Fragestellung „Welches Produkt bestellen wir?“ ab. Klar, das ist nicht unerheblich. Doch angesichts von mehr als 30.000 verschiedenen Produkten allein im Online-Shop von Gift Campaign ist die Antwort trotz smarter digitaler Verkaufsberater nicht immer leicht. Und letztlich auch nicht die entscheidende. Die zentrale Frage lautet vielmehr „An welcher Stelle verlieren wir Aufmerksamkeit?“
Ein Werbeartikel kann nach einem Messegespräch, nach dem Versand eines Angebots oder bei Bestandskunden eingesetzt werden, die seit Monaten nichts gehört haben. Kleine Serien für 30 bis 50 wirklich relevante Kontakte erzeugen mehr Gesprächsanlässe als 1.000 Streuartikel. Das verlangt von den Unternehmen eine bessere Planung. Diese beginnt bei der Auswahl des Anbieters. Transparente Angaben zu Produktions- und Versandzeiten sind entscheidend. Ein Shop, der eine digitale Logo-Vorschau innerhalb von 24 Stunden liefert, reduziert die Unsicherheit in der Auswahl und in der Produktion.
Viele Unternehmen überschätzen die Kosten von Werbeartikeln und unterschätzen dagegen die Ausgaben für digitale Werbung mit oft fragwürdiger Erfolgsquote. Unternehmen geben beispielsweise bis zu 80 Euro für LinkedIn-Leads aus, um digitale Aufmerksamkeit zu kaufen. Was jedoch immer seltener gelingt angesichts der digitalen Flut, die gerade im B2B-Geschäft auf potenzielle Kunden einströmt.
Ein gut gemachter Werbeartikel wandert durch viele Hände
Im Gegensatz dazu sollten Unternehmen nicht geizen, wenn es darum geht, einem echten Kontakt ein greifbares Zeichen der Wertschätzung in Form eines gut gewählten und vor allem auch nützlichen Werbeartikels zu senden. Gerade in Büros werden sinnvolle Werbeartikel wie schicke Tassen, aber auch technische Gadgets gerne weitergereicht. Die Artikel werden damit idealerweise Teil des Alltags der Beschenkten, erscheinen in Meetings mit Kolleginnen und Kollegen, werden weitergereicht und lange genutzt. Das erzeugt große Sichtbarkeit und reduziert den Kontaktpreis pro Person nochmals. Digitale Werbung hingegen endet oft beim einzelnen Bildschirm und wird, wenn überhaupt registriert, meist schnell weggeklickt. Diesen Störeffekt hat ein überzeugender physischer Werbeartikel nicht.
Dabei kommt es auf ein zentrales Prinzip an: Qualität. Ein Artikel, der ein Jahr genutzt wird, ist günstiger als ein billiges Produkt, das nach wenigen Tagen im Müll landet. Deshalb lohnt es sich, in nützliche Alltagsprodukte zu investieren: Rucksäcke, Trinkflaschen, Powerbanks oder gut verarbeitete Hoodies erzeugen deutlich mehr Sichtkontakte als ein günstiger Kugelschreiber. Unternehmen, die heute in physische Kontakte investieren, sollten das Budget nicht allein an Stückpreisen messen. Digitale Leads können hohe Kosten pro Kontakt verursachen. Ein gut genutzter Werbeartikel mit Logo erzeugt oft zahlreiche Sichtkontakte, löst Gespräche im Team aus und bleibt im Arbeitsalltag sichtbar.
Über Oriol Badia:
Oriol Badia ist Mitgründer und Geschäftsführer von Gift Campaign. Seit 2014 baut er den Werbeartikel-Anbieter von Barcelona aus weiter auf. Sein Fokus liegt auf E-Commerce, Online-Marketing und der Frage, welche Produkte Marken im Alltag ihrer Kunden sichtbar machen.
