Die ursprünglich 2019 lancierte Traditionnelle Twin Beat Ewiger Kalender wurde konsequent auf Benutzerfreundlichkeit ausgelegt. Die patentierte Innovation überzeugt mit zwei Regulierfrequenzen – einem Aktiv-Modus mit hoher Frequenz (5 Hz) und einem Standby-Modus mit niedriger Frequenz (1,2 Hz) – basiert auf zwei Räderwerken, die von einer Reihe koaxial angeordneter Federhäuser angetrieben werden. Dies ermöglicht eine Gangreseve von bemerkenswerten 70 Tagen ohne Verluste bei der Ganggenauigkeit. Dazu trägt auch die Optimierung des Kalibers 3610 QP mit einer Verlängerung der Autonomie um fünf Tage bei. Das neue skelettierte Zifferblatt unterstreicht den feinen Charakter und den innovativen Geist der Uhr.
Der Ewige Kalender zählt zu den edelsten Komplikationen der Haute Horlogerie – vorausgesetzt, das Uhrwerk bleibt kontinuierlich aufgezogen. Sein Nockensystem ermöglicht es dem Kaliber, ohne manuelle Korrektur die Besonderheiten des gregorianischen Kalenders bis zum Jahr 2100 exakt zu berücksichtigen. Die Gangreserve ist daher von zentraler Bedeutung, insbesondere wenn die Uhr längere Zeit nicht getragen oder nicht durch einen automatischen Uhrenbeweger aufgezogen wird. Mit dem Kaliber 3610 QP haben die Uhrmacher und Ingenieure von Vacheron Constantin diese Herausforderung aus der Perspektive des Trägers neu durchdacht: Ziel war es, die Autonomie eines Ewigen Kalenders deutlich zu verlängern, ohne dessen Präzision oder Funktionsweise zu beeinträchtigen, wenn die Uhr ruht. Damit erhält der Begriff „ewig“ eine vollkommen neue Bedeutung.
DAS TWIN BEAT®-SYSTEM
Im Jahr 2019 stellte die Entwicklung eines Systems mit zwei Frequenzen, das nach vier Jahren Forschung und Entwicklung in das Kaliber 3610 QP integriert wurde, einen neuen Meilenstein für Gangreserven dar – und im weiteren Sinne auch in der Alltagstauglichkeit einer solchen Komplikation. Das Uhrwerk verfügt über zwei unabhängige Räderwerke, die von einem koaxialen Doppelfederhaus mit serieller Kraftübertragung angetrieben werden. Das erste arbeitet mit einer hohen Frequenz von 5 Hz (36.000 Halbschwingungen pro Stunde) und gewährleistet im Aktiv-Modus höchste Präzision. Das zweite reduziert mit einer niedrigen Frequenz von 1,2 Hz (8640 Halbschwingungen pro Stunde) den Energieverbrauch während der Standby-Phase erheblich.
Eine der grössten Herausforderungen bestand darin, die optimale niedrige Frequenz zu bestimmen: langsam genug, um eine maximale Gangreserve zu erzielen, zugleich auch präzise genug, um die Genauigkeit des Kalibers zu gewährleisten. Mit 1,2 Hz fanden die Uhrmacher und Ingenieure von Vacheron Constantin den idealen Kompromiss. So erreicht das Kaliber 3610 QP im Standby-Modus eine Gangreserve von mehr als zwei Monaten, bei konstanter Amplitude über die gesamte Dauer hinweg. Im Aktiv-Modus beträgt die Gangreserve vier Tage.
Um den Bedienkomfort zu optimieren, entwickelten die Ingenieure von Vacheron Constantin ein über einen Drücker bei 8 Uhr gesteuertes Umschaltsystem, dessen aktueller Modus durch einen Zeiger auf dem Zifferblatt angezeigt wird. Dieses patentierte System gewährleistet, dass während des Wechsels zwischen dem Aktiv-Modus (5 Hz) und dem Standby-Modus (1,2 Hz) sämtliche Zeit- und Kalenderanzeigen ohne Unterbrechung weiterlaufen. Indem eine Unruh angehalten und die andere augenblicklich aktiviert wird, bleibt die Energieübertragung des Kalibers und damit auch die kontinuierliche Anzeige aller Funktionen jederzeit konstant.
EINE UM FÜNF TAGE VERLÄNGERTE GANGRESERVE IM STANDBY-MODUS
Das Handaufzugskaliber 3610 QP, das aus 480 Komponenten besteht und lediglich 6 mm hoch ist, wurde seit seiner Einführung im Jahr 2019 technisch weiterentwickelt, insbesondere im Bereich seiner drei Differenziale. Um eine flüssige und präzise Anzeige von Stunden und Minuten zu gewährleisten, erleichtert ein erstes Differenzial den Übergang zwischen den beiden Räderwerken.
Ein zweites Differenzial wurde speziell dafür konzipiert, die Energie der Zugfeder aufzuteilen und ausschliesslich dem 1,2-Hz-Räderwerk zuzuführen, das die Unruh für den Standby-Modus antreibt. Diese durch ihren grösseren Durchmesser erkennbare Unruh ist mit einer speziell auf ihre Frequenz abgestimmten Spiralfeder ausgestattet, die eine Stärke von lediglich 0,015 mm aufweist und damit deutlich dünner als ein menschliches Haar ist.
Das dritte Differenzial dient der Anzeige der Gangreserve. Da die Energiespeicherung über ein Doppelfederhaus mit zwei Federn erfolgt, ermöglicht diese Konstruktion nicht nur eine effiziente Verteilung der Energie, sondern auch die Anzeige beider Gangreserven über einen einzigen Zeiger auf einem gemeinsamen Zähler mit zwei Skalen bei 12 Uhr.
Um die Gangreserve des Kalibers 3610 QP weiter zu erhöhen, konzentrierte sich die Forschung insbesondere auf die sofort umschaltenden Anzeigen des Ewigen Kalenders. Solche Anzeigen beeinflussen in der Regel die Amplitude der Unruh und können dadurch die Ganggenauigkeit beeinträchtigen. Um diesem Effekt entgegenzuwirken, entwickelten die Uhrmacher und Ingenieure von Vacheron Constantin einen neuen Mechanismus mit doppeltem Federaufzug. Dieses patentierte System basiert auf einem ähnlichen Prinzip wie jenes der ersten Generation der Traditionnelle Twin Beat, wurde jedoch gezielt auf maximale Energieeffizienz ausgelegt. Tatsächlich benötigt der Mechanismus viermal weniger Drehmoment als herkömmliche sofort umschaltende Systeme, wodurch insbesondere der Datumswechsel deutlich weniger Energie verbraucht. Diese Optimierung ermöglicht in Verbindung mit der Verfeinerung des Gesamtsystems die Verlängerung der Gangreserve im Standby-Modus um weitere fünf Tage auf insgesamt 70 Tage.
ZEITGENÖSSISCHE ÄSTHETIK MIT SKELETTIERTEM ZIFFERBLATT
Die Twin Beat bleibt den charakteristischen Designmerkmalen der Traditionnelle-Kollektion treu: dem harmonisch gerundeten Gehäuse, der schlanken Lünette und dem kannelierten Gehäuseboden. Das Gehäuse aus Platin misst 42 mm im Durchmesser bei einer Höhe von lediglich 12,3 mm.
Auf der Zifferblattseite präsentiert sich die Uhr zugleich in einer entschieden zeitgenössischen Ästhetik. Das Saphirglaszifferblatt zieren eine gravierte und mit Farbe ausgelegte Eisenbahnminuterie sowie applizierte Stundenstabindizes aus Weißgold. Es gliedert sich in zwei klar voneinander abgegrenzte Bereiche. Der untere Teil aus Saphirglas gibt den Blick auf die Hauptplatine des Uhrwerks frei, die sandgestrahlt und mit einer NAC-Galvanisierung versehen wurde. Der obere Bereich wird von einer Platte aus 18-karätigem Gold geprägt, die in einem schiefergrauen Farbton gehalten und mit einer handgefertigten, strahlenförmigen Guillochierung versehen ist. Stunden und Minuten werden durch facettierte Dauphine-Zeiger aus Weißgold ausgewiesen.
Die gleiche NAC-Behandlung findet sich auch auf der Rückseite des Uhrwerks. Unter den von Hand anglierten Brücken mit Genfer Streifendekor ist die Hauptplatine ebenfalls sandgestrahlt, während der Deckel des imposanten Federhauses mit einer kreisförmigen Satinierung veredelt wurde. In Anlehnung an die zweifarbige Gestaltung des Zifferblatts bietet auch die Rückseite des Kalibers 3610 QP einen markanten Kontrast zwischen dem anthrazitgrauen Farbton der feststehenden Komponenten und dem goldgelben Schimmer der beweglichen Teile.
Zur Verbesserung der Ablesbarkeit wurden die Anzeigen für Gangreserve, Wochentag und Monat überarbeitet. Lasergraviertes Glas verleiht ihnen ein mattiertes Erscheinungsbild, das sich wirkungsvoll von den Farben des Uhrwerks und der guillochierten oberen Zifferblatthälfte abhebt. Abgerundet wird die moderne Ästhetik durch ein Kalbslederarmband mit strukturierter Oberfläche und Dornschliesse aus 950er Platin.
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