Mit ihrer Herbst/Winter-Kollektion 2026 schlägt die dänische Designerin Cecilie Bahnsen ein neues Kapitel auf. Unter dem Titel „Practice“ versteht sie Mode als fortlaufenden Prozess des Lernens, Wiederholens und Verfeinerns. Die Kollektion greift damit die Idee auf, dass kreative Arbeit – ähnlich wie Tanz – durch kontinuierliches Tun entsteht.
Nach dem Jubiläum ihrer Marke wollte Bahnsen ihre gestalterische Reise bewusst weiterführen. „Practice“ beschreibt für sie nicht die Phase vor der Meisterschaft, sondern die Arbeit selbst: das stetige Experimentieren, das erneute Aufgreifen von Ideen und die geduldige Weiterentwicklung von Handwerk und Form.
Der Laufsteg als Proberaum
Auch die Präsentation der Kollektion bricht mit klassischen Runway-Konzepten. Statt eines perfekt inszenierten Finalmoments betreten die Gäste einen Raum, der eher einem Probestudio gleicht. Die Show entstand in enger Zusammenarbeit mit Kreativen aus Tanz und Design und inszeniert Mode als lebendigen Prozess.
Im Mittelpunkt stehen Frauen – Tänzerinnen, Künstlerinnen und langjährige Wegbegleiterinnen der Marke. Ihre Stärke und Verletzlichkeit spiegeln sich in der Kollektion wider: Zarte Materialien treffen auf funktionale Elemente, Romantik auf Bewegung und Kraft.
Bewegung als Gestaltungselement
Die Silhouetten entfalten sich erst vollständig in der Bewegung. Ein lang geschnittenes Kleid aus schräg verarbeitetem Seidensatin schwingt beim Tanz, während Strickteile lässig über die Schulter gelegt werden. Pastellige Lagen treffen auf transparente Stoffe, die durch technische Materialien wie Fleece geerdet werden.
Die Kleidungsstücke bleiben bewusst dynamisch. Klare Linien umspielen zunächst den Körper und öffnen sich zum Saum hin, wodurch Leichtigkeit und Bewegungsfreiheit entstehen. Volumen, Struktur und Schnitt werden durch den Körper selbst sichtbar.
Romantik trifft Performance
Technische Elemente bilden einen spannenden Kontrast zu Bahnsens femininer Handschrift. Recycelte Nylonjacken werden über skulpturale Kleider gelegt, während ein technisches Peplum-Tutu beim Gehen zusätzliche Bewegung erzeugt.
Traditionelle Stickereien erscheinen in metallischen Garnen, während feine Lochstickereien auf technischem Organza neu interpretiert werden. Funktionale Accessoires werden zugleich romantisch aufgeladen: Taschen, inspiriert von Outdoor-Designs, erscheinen mit floralen Details und Stickereien.
Kooperation mit The North Face
Ein zentraler Bestandteil der Kollektion ist erneut die Zusammenarbeit mit The North Face, die in ihre vierte Saison geht. Klassische Outdoor-Silhouetten werden durch Bahnsens poetischen Blick neu gedacht. Dunkles Navy und Schwarz bilden dabei die farbliche Basis und schaffen eine ruhige, elegante Spannung innerhalb der Kollektion.
Outerwear erhält florale Details in Beschlägen und Besätzen – eine Balance zwischen technischer Funktionalität und femininer Ästhetik.
Mode für das echte Leben
Im Verlauf der Show verschieben sich die Looks vom Studio in den Alltag. Strick, Mäntel und Schuhe verankern die Kollektion im täglichen Leben, während die Silhouetten ihre skulpturale Qualität behalten. Die Stücke wirken nicht wie museale Couture, sondern wie Kleidung, die getragen, bewegt und erlebt werden soll.
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